Linearmotor vs. Piezoantrieb

Ein Linearmotor wird eingesetzt, wenn hohe Dynamik, industrielle Verfahrwege und reproduzierbare Bewegungen über viele Zyklen gefordert sind.
Ein Piezoantrieb wird eingesetzt, wenn extrem kleine Hübe mit sehr hoher Auflösung realisiert werden sollen.

Kurz gesagt:
Linearmotoren eignen sich für hochdynamische, reproduzierbare Bewegungen mit industriellen Verfahrwegen, während Piezoantriebe bei extrem kleinen Hüben und höchster Auflösung im Mikro- und Nanobereich Vorteile bieten.

Entscheidungsparameter

Die Auswahl hängt typischerweise von folgenden technischen Kriterien ab:

  • Hub / Verfahrweg

  • Wiederholgenauigkeit

  • Dynamikanforderung

  • Kraftanforderung

  • Bauraum

  • Umgebungsbedingungen

Piezoantrieb

Piezoantriebe erzeugen Bewegung durch piezoelektrische Materialien, die sich bei elektrischer Spannung minimal ausdehnen oder zusammenziehen.
Die translatorische Bewegung entsteht durch mikroskopische Materialverformung.

Typische technische Eigenschaften:

  • Positionierauflösung im Nano- bis Submikrometerbereich

  • Sehr kleiner nutzbarer Hub

  • Kraft abhängig von Baugröße und Aktuatortyp

  • Dynamik begrenzt durch Materialeigenschaften

  • Teilweise externe Sensorik erforderlich

Vorteile

  • Sehr hohe Auflösung

  • Kompakte Bauform

  • Geeignet für Mikrobewegungen

Einschränkungen

  • Stark begrenzter Hub

  • Geringe Kraft im Vergleich zu industriellen Linearachsen

  • Kostenintensiv bei größeren Systemen

  • Nicht ausgelegt für hohe industrielle Taktzahlen

Piezoantriebe sind nicht für kontinuierliche industrielle Dauerzyklen mit grossen Hüben ausgelegt.

Linearmotor

Ein Linearmotor erzeugt die translatorische Bewegung direkt entlang der Bewegungsachse.
Die Kraft entsteht elektromagnetisch ohne mechanische Übersetzung.

Typische technische Eigenschaften:

  • Direkte Kraftübertragung entlang der Bewegungsachse

  • Kein mechanisch bedingtes Umkehrspiel

  • Dynamik nicht durch elastische Materialien begrenzt

  • Kein Schmierbedarf zur Kraftübertragung

  • Verschleissfrei hinsichtlich der Kraftübertragung

Vorteile

  • Hohe Wiederholgenauigkeit

  • Große Verfahrwege möglich

  • Hohe Beschleunigung und Dynamik

  • Geeignet für industrielle Dauerzyklen

Einschränkungen

  • Höhere Investitionskosten im Vergleich zu einfachen Piezoaktoren

  • Haltekraft im Stillstand abhängig von Regelung und Energiezufuhr

Wann ist welche Lösung sinnvoll?

Ein Piezoantrieb wird eingesetzt, wenn:

  • extrem kleine Hübe realisiert werden sollen

  • höchste Auflösung im Nano- oder Submikrometerbereich erforderlich ist

  • Anwendungen in Optik, Labor oder Messtechnik vorliegen

Ein Linearmotor wird eingesetzt, wenn:

  • grössere Verfahrwege gefordert sind

  • industrielle Taktzahlen realisiert werden sollen

  • reproduzierbare Bewegungen über viele Zyklen erforderlich sind

  • höhere Kräfte benötigt werden

Linearmotorachsen von Jenny Science

Jenny Science entwickelt und fertigt kompakte Linearmotorachsen für industrielle Automationssysteme.
Die Systeme kombinieren mechanische Achse, Motor und Servocontroller in einer integrierten Architektur.

Typische Merkmale:

  • Direktantrieb ohne mechanische Übersetzung

  • Integrierter Servocontroller (INTAX® oder XENAX®)

  • Inbetriebnahme über Webserver

  • Reduzierter externer Integrationsaufwand

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